Cold Brew – Nur kalter Kaffee?

Die berüchtigte Tasse mit heißem Kaffee zum morgendlichen Genuss ist ein Ritual, welches nun schon über Jahrhunderte von Millionen Menschen zelebriert wird. Fast aus dem nichts ist der Begriff Cold Brew auf den Karten diverser Cafés aufgetaucht und sorgt für frischen Wind im, sonst doch eher heißen, Kaffeegeschäft. Dass Cold Brew großen Anklang findet ist selbst kein Geheimnis mehr. Wenn du es noch nicht kennst und warum Cold Brew deutlich mehr (und deutlich leckerer) als nur kalter Kaffee ist, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Wieso Cold Brew anders schmeckt

Die kühle Kaffeevariante wird oft als sehr sanft und vollmundig im Geschmack beschrieben. Ganz ohne Säure oder Bitterkeit. Generell kann man sagen, dass heiß gebrühter Kaffee säurehaltiger als Coldbrew schmeckt und deshalb etwas herber im Geschmack ist.

Cold Brew und heißer Kaffee schmecken extrem unterschiedlich. Auch dann, wenn beide mit den gleichen Kaffeebohnen zubereitet wurden. Die Erklärung für dieses Phänomen liegt im Brühvorgang.
Heißer Kaffee kann in vielen Weisen zubereitet werden, doch das Endergebnis ist meist ähnlich – aufgrund der Wassertemperatur. Heißes Wasser extrahiert das Aroma sehr schnell vom gemahlenen Kaffee. Meist innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten. Im Austausch für diese Geschwindigkeit erhält der Kaffee mehr Bitterkeit und Säure.

Bei Cold Brew verhält es sich gänzlich anders. In einem 3:1 Verhältnis werden große Mengen von grob gemahlenem Kaffeepulver in kaltes Wasser gegeben. Anschließend gibt man dem Cold Brew Zeit zum Ziehen. Reichlich Zeit. Zwischen 12 und 20 Stunden. Die Faustregel hierbei besagt, dass ein längeres Ziehen zu einem breiteren Aroma führt. Dennoch ist Vorsicht geboten; lässt man den Kaffee länger als 24 Stunden ziehen, wird er bitter.

Wie beeinträchtigt die Temperatur den Geschmack?

Die natürlichen Öle und Säuren im Kaffee sorgen für das einzigartige Aroma und sind das, was ihn unverkennbar macht. Wenn Wasser durch Kaffeepulver fließt, zieht es diese Öle heraus. Die Temperatur des Wassers sorgt für den großen Unterschied da sie den Oxidationsgrad beeinflusst.

Was der Oxidationsgrad ist? Wenn die Öle im Kaffee Sauerstoff ausgesetzt sind – das ist Oxidation. Der Grad unter welchem dies geschieht beeinflusst (teilweise) die Bitterkeit des Kaffees. Wenn heißes Wasser verwendet wird, so wie für heißen Kaffee, werden mehr Öle und Säuren in einem schnelleren Zeitraum freigegeben. Wenn kaltes Wasser genutzt wird, ist die Oxidation niedriger und weniger der Komponenten oxidieren.

Während des langsameren Cold Brew Vorgangs werden Manche Komponenten zurückgelassen – vor allem die, die für die Bitterkeit sorgen. Deshalb neigt Cold Brew Kaffee dazu sanfter zu sein, weniger aromatisch, weniger säurehaltig, dafür aber leicht süßer im Geschmack zu sein, als es bei heißem Kaffee der Fall ist.